Jeder Konflikt ist durch die Ursache, die Beziehungen zwischen den beteiligten Personen und das Umfeld bestimmt. Diese Voraussetzungen zu analysieren und die Konfliktarten zu bestimmen, erlaubt ein besseres Verständnis der Situation, wodurch der Konflikt verhindert werden kann.

Grundsätzlich können die meisten Konflikte anhand von drei „Konfliktarten“ beschrieben werden – soziale, strukturelle oder innere Konflikte. Allerdings lassen sich die wenigsten Konflikte nur einer einzigen Kategorie zuordnen. Oft kommt es zu Mischformen, bei denen dennoch meist eine der Konfliktarten die Streitsituation dominiert. Dies zu erkennen und die Konfliktarten entsprechend zu analysieren ist essenziell, um souverän mit Konflikten umzugehen. Denn nur wer das Zusammenspiel von Ursache, Beziehung der Beteiligten und Umfeld erkennt, kann die richtige Strategie anwenden, um Konflikte zu verhindern oder abzuschwächen.

 

Soziale Konflikte

Soziale Konflikte, und im speziellen Beziehungskonflikte, haben Ihre Ursache im Umgang zwischen zwei oder mehreren Personen. Im Vordergrund stehen dabei persönliche Befindlichkeiten und/oder Antipathien.

Die Auslöser für eine Konflikteskalation bei dieser Konfliktart können unterschiedlich ausfallen – rücksichtloses Handeln einer Kollegin, die Arbeitsweise eines Kollegen, vergangene Konflikte, konfrontative Vorgesetzte, etc. Gerade in Teams kommt es häufig zu solchen Konflikten, da unterschiedliche Persönlichkeiten aufeinandertreffen und zusammenarbeiten müssen.

Wenn soziale Konflikte nicht frühzeitig erkannt und entsprechend abgeschwächt oder gelöst werden, können tiefgreifende Abneigungen entstehen, die ganze Teams spalten können. Verstärkt wird diese Konfliktart durch die selektive Wahrnehmung, d.h. dass Personen meist nur das wahrnehmen, was Ihre Meinungen und Vorstellungen bestärkt.

 

Strukturelle Konflikte bzw. Sachkonflikte

Bei dieser Konfliktart stehen die Ansichten und Meinungen zu einer Sache im Mittelpunkt. Die Konflikte sind meist durch (fehlerhafte) Organisation – insbesondere bei Strukturen und Prozessen – bedingt.

In der Theorie lassen sich strukturelle Konflikte bzw. Sachkonflikte leicht lösen, da sie auf der Sachebene angesiedelt sind. Doch während im Idealfall eine Diskussion zwischen den Konfliktparteien mit begründeten Argumenten zur Lösung des Konflikts führen sollte, sieht es in der Praxis meist ganz anders aus. Denn in den meisten Fällen spielt hier auch eine soziale Ebene hinein, die eine sachliche Lösung des Streits erschwert oder gar verhindert.

Besondere Formen dieser Konfliktart sind unter anderem:

  • Zielkonflikt: Gegensätzliche Zielsetzungen
  • Verteilungskonflikt: Begrenzte Ressourcen, unfaire Aufteilung
  • Strategiekonflikt: Verschiedene Wege zur Zielerreichung

 

Innere Konflikte

Innere Konflikte, insbesondere Rollenkonflikte, haben ihren Ursprung innerhalb der Person bzw. in der Erwartung einer Person an sich selbst und die Erwartungen anderer an diese Person.

Diese Konfliktart lässt sich am besten über den Begriff der „Rolle“, die jeder Mensch in jeder Situation erfüllt, definieren. Je nach Umfeld erfüllen Menschen unterschiedliche Rollen, etwa zu Hause als Partner/in oder als Elternteil oder im Job als Mitarbeiter, Projektleiter oder vielleicht Vorgesetzter. Diese Rollen gehen mit Erwartungen – an sich selbst, an andere und von anderen – einher. Werden diese Erwartungen nicht erfüllt, entstehen Konflikte.

 

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